
In Hannover wurde in den 70ern bis in die 90er unter großem Aufwand die Straßenbahn im Innenstadtbereich unter der Erde gelegt. Jedoch wurden nicht alle Pläne verwirklicht. Die Linie D, also die Verbindung zwischen Linden und Innenstadt, akutell in Form der Linie 10, wurde nicht, wie ursprünglich geplant hinter dem Goethekreisel unter die Erde geführt, sondern verkehrt weiterhin oberirdisch. Die Linie sollte damals über Steintor, Hauptbahnhof und Marienstraße die Sallstraße hinuntergeführt werden. Aus Kostengründen wurde das Projekt schlußendlich auf Eis gelegt.
Gleichwohl existieren unter Steintor, Hauptbahnhof und Marienstraße sogenannte Geisterstationen, die seit dem Bau auf Ihren Anschluss warten. Aktuell wird die Diskussion um die Linie D wieder angeheizt. Und in der Tat hätte eine U-Bahn eine ganze Menge stadtebaulicher Vorteile. Zudem haben alle U-Bahnprojekte, wie z.B. zuletzt die U-Bahn unter dem Engelbosteler Damm gezeigt, dass sich durch eine U-Bahn (im Vergleich zu einer oberirdischen Bahn) die Fahrgastzahlen vermehrfachen.
Große Auswirkungen hat die Diskussion anscheinend für den Bereich um das Steintor, da nach den Städtplanern auf der Platzfläche zwei mehrstöckige Hochhäuser entstehen sollen (vergleich HAZ-Artikel). Sollte die U-Bahn-Linie tatsächlich gebaut werden, dann wären hier wohl höhere Kosten für die Gründung der Bauwerke notwendig. Wiedermal läuft alles auf den Kostenfaktor hinaus.
Meine Meinung dazu ist recht eindeutig, wenn man den ÖPNV stärken und zugleich die Stadtteile Linden und Südstadt besser an die Innenstadt anbinden möchte, dann führt eigentlich kein Weg am U-Bahn-Tunnel vorbei. Änderungen im Oberbau würden die Attraktivität der Stadtbahn nur begrenzt steigern. Vom Zeitgewinn durch Tunnel und der gesteigerten Attraktivität der Innenstadt durch weniger Verkehr mal ganz zu schweigen.
Quellen:
Ausführlicher Bericht mit Pros und Contras zum Thema Linie D ,
HAZ-Artikel vom 7.5.2009